Vinted, eBay oder Kleinanzeigen: Wo verkaufst du Kleidung am besten?
Kleidung verkaufen, aber wo? Vinted, eBay und Kleinanzeigen im Vergleich – Zielgruppe, Versand oder Abholung, Verhandeln und welche Teile wohin passen.

Wo kannst du Kleidung verkaufen, ohne viel Zeit und Nerven zu lassen? Vinted, eBay und Kleinanzeigen gehören zu den bekanntesten Anlaufstellen – aber sie funktionieren ganz unterschiedlich. Hier erfährst du, welche Plattform zu welchem Teil passt und wie du mehrere geschickt kombinierst.
Kurz gesagt: die drei Plattformen im Überblick
- Vinted: spezialisiert auf Mode, Verkauf per Versand, fester Preis mit Preisvorschlägen.
- eBay: riesige Reichweite für fast alles, wahlweise Auktion oder Festpreis.
- Kleinanzeigen: oft lokal mit Abholung, Verhandeln ist ganz normal.
Welche Plattform für dich die richtige ist, hängt vor allem vom Teil ab – und davon, wie viel Zeit du investieren möchtest.
Vinted: die Plattform für Mode
Vinted ist auf Mode spezialisiert – in Deutschland kennen viele die Plattform noch unter ihrem früheren Namen Kleiderkreisel. Wer hier stöbert, sucht gezielt nach Kleidung, Schuhen und Accessoires und filtert nach Größe, Marke, Farbe oder Zustand. Deine Anzeige landet also genau bei den Leuten, die so etwas suchen. Die Kehrseite: Bei beliebten Teilen gibt es oft viele ähnliche Angebote. Ob deins gekauft wird, entscheiden dann vor allem das erste Foto, der Titel und der Preis.
So läuft der Verkauf: Du stellst dein Teil per App oder im Browser ein. Käufer:innen bezahlen über die Plattform. Nach dem Kauf bekommst du die Versandunterlagen und schickst das Paket los. Versand und Käuferschutz zahlt in der Regel die Käuferseite, das Einstellen ist für private Verkäufer:innen nach aktuellem Stand kostenlos. Weil sich solche Bedingungen ändern können, wirf vorher einen Blick in die aktuellen Infos der Plattform.
Preis und Verhandeln: Du legst einen Preis fest, Käufer:innen können dir aber Preisvorschläge schicken. Auktionen gibt es nicht.
Gut geeignet für:
- Alltagskleidung, Basics und Trendteile
- Markenkleidung in gutem Zustand
- Schuhe, Taschen und Accessoires
- Kinderkleidung, gern auch im Paket
Weniger ideal sind sehr günstige Einzelteile, bei denen sich Verpacken und Versenden kaum lohnen. Hier fährst du mit Paketen besser.
eBay: große Reichweite, Auktion oder Festpreis
eBay ist kein reiner Modemarkt, sondern ein Marktplatz für fast alles. Das bringt dir ein sehr breites Publikum – darunter Sammler:innen und Leute, die gezielt nach bestimmten Stücken suchen, auf Wunsch auch über Landesgrenzen hinweg.
Auktion oder Sofort-Kaufen: Du kannst wählen, ob du dein Teil versteigerst oder zum Festpreis anbietest. Eine Auktion kann spannend sein, wenn ein Teil gefragt, aber schwer zu bewerten ist, etwa ein seltenes Vintage-Stück. Bei Alltagskleidung ist ein Festpreis meist entspannter, denn mit wenigen Bietenden kann eine Auktion auch niedrig enden. Setz den Startpreis deshalb so an, dass du damit leben kannst, und plane das Ende der Auktion bewusst – zu einer Uhrzeit, zu der Interessierte gut mitbieten können, statt mitten in der Nacht. Beim Festpreis kannst du zusätzlich Preisvorschläge zulassen.
Aufwand: Eine eBay-Anzeige hat mehr Felder und Optionen als eine Vinted-Anzeige, und Versandart sowie Versandkosten legst du selbst fest. Das kostet etwas mehr Zeit, gibt dir aber auch mehr Kontrolle.
Kosten: Gebühren und Bedingungen für private Verkäufer:innen können sich ändern. Prüf vor dem Einstellen die aktuellen Konditionen, vor allem für kostenpflichtige Zusatzoptionen.
Gut geeignet für:
- Vintage und Sammlerstücke
- hochwertige Markenteile
- Konvolute, also mehrere Teile in einem Angebot
- besondere Größen oder Nischenartikel, nach denen gezielt gesucht wird
Kleinanzeigen: lokal verkaufen und verhandeln
Kleinanzeigen hieß früher eBay Kleinanzeigen, ist heute aber eine eigenständige Plattform. Der große Unterschied zu Vinted und eBay: Viele Verkäufe laufen lokal. Käufer:innen holen das Teil ab, schauen es sich vor Ort an und bezahlen direkt. Versand ist aber ebenfalls möglich.
Verhandeln gehört dazu: Viele Anzeigen tragen den Zusatz „VB“ für Verhandlungsbasis, und Käufer:innen rechnen damit, dass beim Preis noch etwas geht. Willst du nicht verhandeln, gib einen Festpreis an – Nachfragen kommen trotzdem.
Sicher bleiben: Verabrede dich für die Übergabe möglichst an einem gut erreichbaren, belebten Ort. Sei skeptisch bei ungewöhnlichen Zahlungswünschen, Links zu fremden Bezahlseiten oder großem Zeitdruck, und gib keine sensiblen Daten heraus. Am sichersten fährst du mit Barzahlung bei der Übergabe oder mit den Bezahlwegen, die dir die Plattform selbst empfiehlt.
Klare Absprachen: Nicht jede Zusage endet mit einer Abholung. Vereinbare einen konkreten Termin und sag offen, dass du das Teil sonst der nächsten interessierten Person anbietest.
Gut geeignet für:
- schwere oder sperrige Teile wie Wintermäntel, Lederjacken oder Stiefel
- Kinderkleidung im Größenpaket
- Festmode, die man vor dem Kauf gern einmal ansieht
- alles, was du schnell und ohne Versand loswerden willst
Weitere Wege: Laden, Flohmarkt und Spezialplattformen
Online-Marktplätze sind nicht die einzige Option. Je nachdem, wie viel Zeit du investieren willst, passen auch diese Wege:
- Second-Hand-Laden: Viele Läden kaufen Teile an oder verkaufen sie auf Kommission und behalten einen Anteil. Das macht wenig Arbeit, bringt aber meist weniger ein.
- Flohmarkt: Schnell, bar und ohne Versand – praktisch, wenn du viele günstige Teile auf einmal loswerden willst. Oft fällt eine Standgebühr an, und es wird viel gefeilscht.
- Spezialisierte Plattformen: Für Designermode oder besondere Vintage-Stücke gibt es eigene Marktplätze mit passender Zielgruppe. Wie du solche Teile präsentierst, liest du im Ratgeber Vintage-Kleidung verkaufen.
- Kleidertausch oder Spende: Für Teile, die sich kaum noch verkaufen lassen, oft die beste Lösung.
Welche Plattform passt zu welchem Teil?
Statt dich auf eine Plattform festzulegen, entscheide am besten pro Teil. Diese Faustregeln helfen dir dabei:
- Alltagskleidung, Basics, Trendteile: Vinted, weil dort gezielt nach Mode gesucht wird.
- Seltene Vintage-Stücke und Sammlerteile: eBay, gern auch als Auktion, oder eine spezialisierte Plattform.
- Hochwertige Markenteile: Vinted oder eBay – mit besonders guten Fotos und genauer Beschreibung.
- Schwere oder teure Teile: Kleinanzeigen mit Abholung, damit Interessierte vorher schauen und anprobieren können.
- Viele günstige Kleinigkeiten: als Paket auf Vinted oder Kleinanzeigen, auf dem Flohmarkt oder im Laden.
- Kaum Zeit: Second-Hand-Laden oder Kommission.
Den passenden Preis findest du übrigens auf jeder Plattform mit denselben Schritten – wie das geht, erklärt unser Ratgeber So findest du den richtigen Preis.
Tipp: Wenn du unsicher bist, starte mit der Plattform, die zum Großteil deiner Teile passt. Läuft ein Teil dort nach einiger Zeit nicht, probier es zusätzlich woanders.
Mehrere Plattformen gleichzeitig nutzen
Ein Teil parallel auf mehreren Plattformen anzubieten, vergrößert deine Reichweite. Damit das nicht im Chaos endet, brauchst du etwas Organisation:
- Überblick behalten: Notiere, wo welches Teil online ist – in einer Liste, einer Notiz-App oder einem Tool, das dir diese Arbeit abnimmt.
- Sofort rausnehmen: Ist ein Teil verkauft, entferne es überall direkt. Ein Doppelverkauf ärgert die Käufer:innen und kann dir schlechte Bewertungen einbringen.
- Neutral beschreiben: Schreib die Beschreibung so, dass sie überall passt – ohne Hinweise wie „nur Abholung“ oder Floskeln, die nur auf eine Plattform passen. Versand und Abholung regelst du in den Feldern der jeweiligen Plattform. Mehr dazu im Ratgeber Vinted-Beschreibung schreiben.
- Dieselben guten Fotos nutzen: Gute Bilder wirken überall. Wenn du kein Model zur Hand hast, helfen dir unsere Tipps zum Thema Kleidung fotografieren ohne Model.
- Preise stimmig halten: Achte darauf, dass dein Preis auf allen Plattformen zusammenpasst. Berücksichtige dabei, wer jeweils den Versand zahlt und wo eher verhandelt wird.
Praktisch ist ein Werkzeug, das mehrere dieser Punkte abdeckt. In Model Studio zum Beispiel entstehen aus einem Handyfoto Bilder und eine Beschreibung, die für Vinted, eBay, Kleinanzeigen und weitere Plattformen passt – und unter „Meine Anzeigen“ hältst du fest, wo ein Teil online ist und ob es schon verkauft wurde.
Häufige Fragen
Wo verkaufe ich gebrauchte Kleidung am schnellsten?
Das hängt vom Teil ab. Gefragte Alltagskleidung findet auf Vinted oft zügig Käufer:innen, für sperrige Teile kann Kleinanzeigen mit Abholung schneller sein. Am meisten bewirken aber gute Fotos und ein realistischer Preis.
Kann ich ein Teil auf mehreren Plattformen gleichzeitig anbieten?
Das ist grundsätzlich möglich und vergrößert deine Reichweite. Wichtig ist, dass du das Teil überall sofort herausnimmst, sobald es verkauft ist, damit es nicht doppelt verkauft wird.
Fallen beim Verkaufen von Kleidung Gebühren an?
Das hängt von der Plattform und ihren aktuellen Bedingungen ab. Bei Vinted zahlt nach aktuellem Stand in der Regel die Käuferseite eine Gebühr für den Käuferschutz, bei eBay und Kleinanzeigen kommt es auf die Art der Anzeige und gebuchte Zusatzoptionen an. Prüf die Konditionen am besten direkt vor dem Einstellen.
Lohnt sich ein Second-Hand-Laden statt Online-Verkauf?
Wenn du wenig Zeit hast oder viele Teile auf einmal loswerden willst, kann ein Laden bequem sein. Dafür bekommst du meist weniger als beim eigenen Online-Verkauf, weil der Laden mitverdient.


